Werbung

Kalender

November 2009
M D M D F S S
            1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30            
<< < > >>

Suchen

Schaum der Woche

Montag, 11. februar 2008

Gabel-Müller Cuvée 1984

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Sekt wie es vermutlich in Deutschland keinen zweiten gibt. Rarität! Kuriosität! Sicher nicht jedermanns Geschmack, aber  für alle, die reife Schaumweine lieben, ein grossartiger Trinkgenuss! 

gabelmueller1984.jpg Im Jahr 1984 legte der Winzer Karl-Otto Müller im pfälzischen Kleinkarlbach eine Partie Kerner Spätlese zur Seite und baute diese bis 1993 aus. Schon das ist in unserer schnelllebigen Weinwelt eine selten gewordene Massnahme. Danach wurde der Wein dann mit der Methode der Flaschengärung versekte und für das Millenium 2000 auf der Hefe gelagert. Eine Restpartie von einigen Hundert Flaschen ist noch vorhanden und   wartet darauf degorgiert zu werden. Auf der Preisliste des Weingutes steht der Wein  mit 18.40 Euro verzeichnet.

Die Cuvée 1984 präsentiert sich im fortgeschrittenen Alter von bald 25 Jahren mit einer hell goldgelben die Farbe, das Mousseux kurz aufschäumend dann nur noch verhalten perlend. Ein Sekt der schon richtig weinig ist, am Gaumen schmeckt, aber noch genau das richtige Mass an Restkohlensäure hat um bei aller Reife der Aromen noch frisch zu schmecken. In der Nase duftet er erdig, würzig. Dazu kommt ein komplexes Aroma von Chutney aus hellen Früchten - Apfel, Birne, Grapefruit, etwas Rosinen, dann auch  Gurke und Dill und dieser wunderbare Geruch  nach Brotrinde, der auch reifen Champagnern zu eigen sein kann. Die ursprünglich sicher deutlich schmeckbarere Restsüsse von 16,1 gL ist weitgehend abgebaut und so schmeckt der Sekt eher trocken oder wie man heute sagt feinherb. Letztlich ein wenig kurz im Abgang und auch nicht sehr lang im Nachhall. Aber ein echter Trinkspass!  87/100

Das Weingut Gabel-Müller, das ist eines jener kleinen, unentdeckten Weingüter in der nordpfälzischen Provinz, bei denen es noch einen Silvaner  in der Literflasche für drei Euro gibt oder einen Rivaner für 2.50 Euro. Das 13,7 Hektar grosse Weingut – ein ehemaliger Kloster – und Adelsbesitz - gehörte im 19. Jahrhundert einem Baron und Freiherrn von Wambold und befindet sich erst in der zweiten Generation im Besitz der Familie. Auf der kleinen Preisliste findet sich noch so manche Jahrgangs-Rarität: ein Cabernet Sauvignon 2001 für fünf Euro in der Halbliter-Flasche, ein 1998er Spätburgunder  für 3,20 Euro oder auch eine 1994er Scheurebe Beerenauslese für 9.80 Euro. Ich denke, ich werde mich mit dem Betrieb einmal näher beschäftigen müssen.

von Mario Scheuermann
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2) - empfehlen
Montag, 4. februar 2008

Lanson Gold Label brut 1998

Der wesentliche Unterschied zwischen den meisten Schaumweinen und Champagner, wenn es sich denn wirklich um einen solchen handelt, ist der deutlich längere Ausbau auf der Hefe. Das fördert die Qualität,  ist aber auch kostenintensiv. Um einen Vintage Brut  wie den  Gold Label 1998 zu erzeugen, den Lanson jetzt im Alter von zehn Jahren auf den Markt gebracht hat, bedarf es enormer Lagerkapazitäten und betriebswirtschaftlich eines grossen Kapitaleinsatzes. Angesichts eines solchen Aufwandes ist der EV-Preis von 30 bis 35 Euro  für einen solchen Wein gerechtfertigt.

lansongold.jpg Der Wein zeigt ein blasses strohgelb und ein sehr feines, dezentes Mousseux. In der Nase wirkt er zunächst etwas erdig, mineralisch, Heidekraut, dann frische weisse Blüten, Biskuit, etwas Ananas. Nach ein, zwei Stunden auch feine exotische Gewürznoten  Am Gaumen komplexe, reife Aromen von Aprikose, Orange, etwas Birne, frische Säure,  daher noch immer noch etwas  kantig. Im Abgang deutliche Zitrusnote. Es wird noch einige Jahre dauern  bis die gewünschte weiche Art erreicht ist. Zeigt aber gute Anlagen dafür. 90/100

1998 war ein von Wetterextremen gekennzeichnetes Jahr mit schnellen Wechseln zwischen warm und kalt, einem sehr kühlen, aber trockenen Juli und einem heissen Spätsommer mit einer Hitzewelle zwischen dem 6. und 12. August. Die Cuvée besteht zu 47 Prozent aus Chardonnay und zu 53 Prozent aus Pinot noir, wobei die weissen Trauben  aus den Grands Crus von Avize, Chouilly, le Mesnil-sur-Oger und für die roten Trauben aus  Ay, Verzenay Verzy und Bouzy.

 

von Mario Scheuermann
Kommentar hinzufügen - Kommentare (2) - empfehlen
Montag, 28. januar 2008

Allendorf Raffinesse brut 2004

Raffinesse.jpg Champagner ist – man mag das gutheissen oder nicht – beim Schaumwein nach wie vor das Mass aller Dinge. Nicht nur wenn es um hohe Preise geht. So ist es nicht  verwunderlich, dass jeder Winzer und Kellermeister, der versucht einen  Schaumwein zu produzieren der mehr sein soll als ein munteres  Erfrischungsgetränk, sich an diesem Vorbild orientiert. Im Rheingau habe ich ein gelungenes Beispiel dafür gefunden, dass es durchaus möglich ist einerseits eine champagnerartige Qualität zu erreichen, dabei aber auch ein eigenes in diesem Fall auf der Sorte Riesling basierendes frisches Geschmacksbild auszubilden.

Seit  1999 gibt es beim Weingut Allendorf in Oestrich-Winkel  einen Brut Sekt namens Raffinesse. Ulrich Allendorf hatte ihn seinerzeit aus Anlasse des Millenniums als schäumende Spitze seiner Produktion kreiert – kein reiner Riesling sondern eine Cuvée aus Riesling (70)%)  mit Chardonnay (20 %) und Pinot meunier (10 %) hergestellt im traditionellen Verfahren der Flaschengärung und nach zwölf bis 13 Monaten handgerüttelt. Die Trauben der beiden Burgundersorten stammen aus Winkler Lagen Hasensprung (Chardonnay) und Gutenberg (Pinot meunier), der Riesling aus Geisenheim.

Der Raffinesse des Jahrgangs 2004 ist auf dem Weingut ausverkauft, aber im Handel hie und da noch zu finden. Es bist ein kraftvoller Stoff mit einem etwas stürmischen und eher grossperligen Mousseux, nachhaltig mit langem Abgang. In der Nase ein schöner reifer Fruchtcharakter, etwas Aprikose aber auch zarte rote Beerenfrüchte. Der Wein hat Opulenz und Schmelz, aber auch noch ein gewisses jugendliches Ungestüm. Wer es lieber weiniger mag, sollte ihn noch zwei, drei Jahre lagern. Dieser Sekt kann dadurch nur gewinnen. 87/100 

Vom Nachfolgejahrgang 2005, dessen Vermarktung gerade begonnen hat, wurden 15.000 Flaschen produziert. Die Flasche kostet 12.50 Euro und dies empfinde ich als ein höchst zivilisiertes Preisniveau. Für den Jahrgang 2006 gelang Ulrich Allendorf ein grosser Coup. Ab 2009 wird die Lufthansa den Sekt  weltweit in ihrer Businessclass einsetzen. Die Produktion wurde deshalb auf 70.000 Flaschen hochgefahren. Damit kommt er seinem nächsten Ziel einen schritt näher, nämlich den Wein nicht   innerhalb eines Jahres abzuverkaufen sondern ihn chargenweise zu degorgieren und somit nach und nach wenigstens für einen Teil der Produktion ein längeres Hefelager von wenigstens zwei Jahren. Damit würde er sich dem Ideal des Champagners  ein weiteres Schrittchen nähern.

 

von Mario Scheuermann
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0) - empfehlen
Montag, 21. januar 2008

Von heute an soll an dieser Stelle möglichst jeweils am Montag ein Schaumwein der Woche vorgestellt werden. Den Anfang macht aus gegebenen Anlass ein Crémant de Limoux. 

Sieur d´Arques Grande Cuvée 1531

Aimery-Kopie-1.jpg Im vergangenen Jahr liess das Hamburger Magazin Stern durch eine grosse Experten-Jury 176 Schaumweine aus aller Welt testen: Champagner, Winzersekt, Crémant, Spumante, Cava. Dabei landete ein Crémant de Limoux aus Südfrankreich auf Platz sechs. Alle anderen unter den Top Ten platzierten Weine waren Champagner und zwar durchweg von namhaften Produzenten wie Duval Leroy, Veuve Clicquot,  Bollinger, Gossset, Ruinart oder Lallier. Diese kosten alle zwischen 33 und 50 Euro, der Crémant  dagegen so um die acht oder neun Euro. Er stammt von einer Erzeugergemeinschaft namens Les Vignerons du Sieur d´Arques in Limoux am Fuss der Pyrenäen zwischen Atlantik und Mittelmeer und heisst Grande Cuvée 1531. Diese Jahreszahl bezieht sich auf die erste historische Erwähnung eines Schaumweins aus dieser Gegend. Lange bevor man über Champagner sprach, entdeckten die Mönche der Abtei von St. Hilaire nahe Limoux bereits das Geheimnis der zweiten Gärung. Das Cuvée des Grande Cuvée 1531 besteht zu 60 Prozent aus Chardonnay ergänzt um jeweils 20 Prozent Chenin blanc und der lokalen Sorte Mauzac. Hergestellt wird dieser Crémant im traditionellen Champagnerverfahren der Flaschengärung und ich kann  nachvollziehen, warum er die Juroren überzeugte. Dieser Crémant ist Eleganz pur! Seine Farbe: weissgold. Er zeigt ein sehr feinperliges Mousseux. In der Nase dezent und verhalten, etwas weisse Blüten und Nussschale. Am Gaumen dann Zitrus, grüner Apfel aber auch Aprikose und Honig, alles sehr zart, feines Säurespiel, mittlerer Abgang. 88/100 

von Mario Scheuermann
Kommentar hinzufügen - Kommentare (0) - empfehlen

Über diesen Blog

Wettbewerb Winzersekt

Blog erstellen

Feeds

  • RSS feed of articles

Bookmarks

Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de Add to Technorati Favorites

Bloggeramt.de

Blog Top Liste - by TopBlogs.de 

blogoscoop

Bookmark bei Mister Wong Bookmark bei Del.icio.us Bookmark bei Digg Bookmark bei Blinklist
 
Bookmark bei Technorati Bookmark bei Newsvine Bookmark bei Furl Icons von Blog-Marketing
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Missbrauch melden